Bürgerschaftliches Engagement

Menschen engagieren sich in vielfältiger Hinsicht freiwillig, um aktiv das gesellschaftliche Miteinander zu gestalten. Freiwilligentätigkeit, ehrenamtliche Arbeit oder bürgerschaftliches Engagement sind unterschiedliche Begriffe für dieses Phänomen, das in vielfältigen Formen in den Mitgliedstaaten der EU auftritt. Europaweit gibt es unterschiedliche Ansätze, bürgerschaftliches Engagement zu messen und damit erfassbar zu machen.

Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement variieren in den EU-Mitgliedstaaten erheblich. Einige Staaten verfügen beispielsweise über einen speziellen Rechtsrahmen für die Freiwilligentätigkeit. In anderen wird dies durch allgemeine Gesetze geregelt. Einige Mitgliedstaaten entwickeln gerade erst rechtliche Rahmenbedingungen.

Die aktuellen Entwicklungen mit einer hohen Zahl an Geflüchteten und den vielen Menschen, die sich in der Betreuung dieser Menschen ehrenamtlich engagieren, zeigt noch einmal deutlich die Relevanz dieses Themas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 hat einen Impuls gesetzt, um Bürgerschaftliches Engagement besser wahrzunehmen und sich europäisch über Engagementpolitik auszutauschen. Die Förderung von Freiwilligentätigkeit ist auch Teil der EU-Jugendstrategie (2010 bis 2018). Im Dezember 2013 hat das Europäische Parlament in einer Entschließung zur Freiwilligentätigkeit explizit die Etablierung eines EU Politikfeldes Bürgerschaftliches Engagement durch die Anwendung der Offenen Methode der Koordinierung gefordert. Kommissionspräsident Juncker hat in seiner Rede zur Lage der Union 2016 die Einrichtung eines Europäischen Solidaritästkorps angekündigt, das jungen Menschen die Möglichkeit geben soll, in Krisensituationen freiwillige Hilfe zu leisten. Die Beobachtungsstelle begleitet diesen europäischen Dialog durch ihre Arbeit.