Europäische Familienpolitik
Im Umgang mit dem Demografischen Wandel geht es nicht nur um die Frage, wie das Bevölkerungswachstum in Zukunft positiv beeinflusst werden kann, sondern auch darum, wie Familien in Europa schon heute darin unterstützt werden können, Sorgeverantwortung für Familienmitglieder und den Berufsalltag besser miteinander vereinbaren zu können.
Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nutzen hierfür unterschiedliche familienpolitische Ansätze und Instrumente. Von einem gemeinsamen Austausch der verschiedenen Politikansätze können alle Länder der EU profitieren.
Ein erfolgreiches Beispiel für den internationalen Austausch über familienfreundliche Politiken ist die „Europäische Allianz für Familien“. Die Allianz bietet ein Forum für die Diskussion familienpolitischer Belange und damit die Möglichkeit, voneinander zu lernen. Der Erfahrungsaustausch im Rahmen dieser Initiative ist breit angelegt und bezieht Fragestellungen der Demografie und ihrer Auswirkungen auf die Familienpolitik ebenso ein, wie die Frage der generationenübergeifenden Solidarität, der Chancengleichheit und der Situation von Jugendlichen.
Um allen Interessierten Informationen rund um das Thema Familie zur Verfügung zu stellen, unterhält die Europäische Allianz für Familien ein ausführliches Webportal.
Das Expertennetzwerk für Fragen der Familienpolitik im Rahmen der „Europäischen Allianz für Familien“ bietet Raum für einen zeitnahen Austausch über erfolgreiche Ansätze in der Familienpolitik.
Ergänzend zu den Aktivitäten der Europäischen Allianz arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft und der Politik aus unterschiedlichen Mitgliedsstaaten gemeinsam am EU-Projekt „Family Platform“. Zielsetzung des Projekts ist es, den Forschungsstand und Forschungsdefizite im Bereich der Familienforschung in Europa zusammenzufassen und eine Agenda für zukünftige Forschung auf dem Gebiet zu erarbeiten.
Die Beobachtungsstelle stellt weitere Informationen zum Thema "Europäische Familienpolitik" für Sie in folgenden Veröffentlichungen zur Verfügung:
Arbeitspapier Nr. 3, Kathrin Linz, Sabrina Stula, 06/2010
Arbeitspapier Nr. 3 gibt Einblick in das komplexe institutionelle Gefüge, das die Organisation der Familien- und Seniorenpolitik in Belgien kennzeichnet. Die Kompetenzen in den Politikfeldern Familien- und Seniorenpolitik liegen hier teilweise auf Bundesebene und teilweise bei den Regionen und Gemeinschaften. Neben den Politikmaßnahmen werden im Arbeitspapier auch aktuelle Reformdebatten dargestellt.
Familienunterstützende Dienstleistungen in Europa: Aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen
Tagungsdokumentation, Annette Angermann, Sabrina Stula, 01/2010
Haushaltsnahe Dienstleistungen und Betreuungsleistungen sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und Erwerbstätige entlasten. Um die Konzepte/Modelle aus anderen Mitgliedstaaten näher zu beleuchten, in denen diese Leistungen stärker in Anspruch genommen werden, veranstaltete das Projekt am 29. Januar 2010 zusammen mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine internationale Konferenz, auf der unterschiedliche Modelle zur Förderung familienunterstützender Dienstleistungen aus verschiedenen europäischen Mitgliedstaaten (Belgien, Frankreich, Schweden) vorgestellt wurden. Die Dokumentation bietet einen Überblick über die spannende Diskussion der Veranstaltung.

